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Felix Götz

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Felix Götz
Felix Götz hat in Karlsruhe Chemieingenieurwesen studiert und ist jetzt als Prozessingenieur bei DuPont in Luxemburg tätig. Erfahren Sie hier, wie er seine Zeit in Karlsruhe erlebt und welche Tipps er für Absolventinnen und Absolventen für den Berufseinstieg und die erste Zeit im neuen Beruf hat.

Wie kam es zu Ihrer Entscheidung Chemieingenieurwesen zu studieren? Und wieso haben Sie sich für das KIT entschieden?
Ich hatte in der Oberstufe ein Praktikum an der Universität gemacht. Die Frau des betreuenden Professors kam einmal vorbei und fragte, was wir alle studieren wollen. Damals wollte ich noch Chemie studieren. Sie meinte, ich solle mal bei Chemieingenieurwesen schauen, da das Chemie und Technik verbindet und es nicht so einseitig wie reine Chemie sei. So bin ich dann beim Chemieingenieurwesen gelandet.
Ich hatte mich dann informiert, wo man Chemieingenieurwesen studieren kann. Das KIT hatte einen guten Ruf und die Auswahl der Fächer erschien mir interessant, also bin ich nach Karlsruhe gegangen.
 
Welche positiven Erfahrungen verbinden Sie mit dem KIT und woran denken Sie gerne zurück? Was hat Sie geprägt?
Das KIT bietet in meinen Augen eine solide, breite Ausbildung an, was einem später die Berufswahl relativ offen lässt. Ich erinnere mich gerne zurück an die Sommer im Forum, an das Bierchen im AKK nach Klausuren und natürlich an meine Kommilitonen, mit denen ich eine wirklich gute Zeit hatte.
 
Wie haben Sie Ihre erste Stelle gefunden und was hat Ihnen beim Berufseinstieg geholfen?
Die erste Stelle bekam ich im Endeffekt über LinkedIn. Mich hat ein Headhunter angeschrieben, dass eine Stelle bei Dupont de Nemours ausgeschrieben ist und mein Profil darauf gut passen würde. Ich habe mich dann online angemeldet und es kam wenig später ein Anruf, ob ich Zeit für ein Telefoninterview hätte. Das lief dann auch so gut, dass ich noch zu einem Assessment Center eingeladen wurde. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass es sich hier nicht um ein "klassisches" Assessment Center handelte. Die ganze Aufmachung war sehr angenehm und man wurde eher wie ein potentiell zukünftiger Kollege behandelt als ein unwissender Absolvent.

Was würden Sie Studierenden und jungen Alumni im Hinblick auf den Berufseinstieg und die erste Zeit im Beruf raten?
Das wichtigste in meinen Augen ist, dass man sich im Unternehmen und auf der entsprechenden Position wohlfühlt und Spaß bei der Arbeit hat. Daher sollte man beim Vorstellungsgespräch die Zeit nutzen und viele Fragen zur Position, zum Team, Arbeitsumfeld, Aufgaben, etc. stellen, damit man sich ein Bild machen kann, ob das zu einem passt oder nicht. Nicht umsonst fragen Personaler oder potentiell zukünftige Chefs gegen Ende des Gesprächs normalerweise auch, ob man noch eigene Fragen hat. Sollte man diese Frage nicht gestellt bekommen, sollte man proaktiv darum bitten noch eigene Fragen stellen zu können.
Anschließend im Berufsleben angekommen, halte ich es für wichtig, dass man regelmäßig mit dem/der Chef/in spricht, um Feedback zu bekommen. Ich sage das deshalb, weil ein guter Chef das von sich aus anbietet und man als Mitarbeiter dann auch das Gefühl bekommt geschätzt zu werden. Ich z.B. habe monatlich ein einstündiges Gespräch mit meinem Chef! Durch diese regelmäßige Interaktion wissen immer beide Seiten, was Sache ist und die finale Jahresbewertung enthält dann normalerweise keine Überraschungen.
Insbesondere Menschen, die hoch motiviert sind und sich viele verschiedene Aufgaben suchen und aufladen, laufen gerne mal Gefahr sich zu übernehmen.
Wenn man dann das Gefühl hat den roten Faden zu verlieren oder die Fülle an Aufgaben nicht mehr abgearbeitet bekommt, sollte man unbedingt mit dem Chef reden. Ein guter Vorgesetzter kann dann helfen die Aufgaben entsprechend zu prioritisieren.

Rückblickend betrachtet, wie würden Sie Ihre Zeit am KIT beschreiben?
Ich hatte in meiner Studienzeit generell viel Spaß und habe viele neue Leute kennengelernt. Die Prüfungszeit war nicht immer einfach, aber im Nachhinein habe ich alles mit auf den Weg bekommen, was ich als Ingenieur im Beruf brauche. Die Lehre war in Ordnung, war meiner Meinung nach zu meiner Zeit aber eher konservativ gehalten.. Auch das Erasmus Programm, währenddessen ich meine Diplomarbeit gemacht habe, war für mich eine der besten Entscheidungen, die ich je hätte treffen können.
 
Wie geht es nun für Sie weiter?
Ich bin jetzt ca. 3,5 Jahre im Beruf und die Lernkurve geht gefühlt immer noch relativ steil nach oben, was ich vor allem auch meiner ersten Chefin und meinem jetzigen Chef zu verdanken habe, die mir weitgehend freie Hand lassen und mich in (fast) allem was ich tue, unterstützen und Hilfestellung geben, wenn ich sie brauche. Als Prozessingenieur habe ich glücklicherweise schon mehr gesehen als nur den Produktionsprozess und habe meine ersten Erfahrungen im „Coaching“ schon sammeln können. Ich hoffe daher, dass ich in 2018 noch mehr Verantwortung übernehmen darf und mich so weiterentwickeln kann im Hinblick auf eine zukünftige Führungsrolle.
 
Wie möchten Sie sich gerne als Alumnus im KIT-Alumninnetzwerk einbringen?
In erster Linie will ich gern den Studenten oder angehenden Absolventen meine Erfahrungen mit auf dem Weg geben, da ich finde, dass z.B. auf Firmenkontakt- und Karrieremessen nicht klar ersichtlich wird, welche Jobs es so gibt und vor allem wie diese aussehen können. Für weiteren Austausch bin ich gerne bereit.
 
Vielen Dank, Herr Götz, für die Zeit, die Sie sich für das Interview genommen haben.