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Keine Angst vor Künstlicher Intelligenz

KIT-Ausgründung thingsTHINKING entwickelt Softwarelösungen, die es Computern ermöglichen, menschliche Sprache zu verstehen.
Ausgründung thingsTHINKING

Die vier Gründer (v.l.n.r.): Abdelmalik El Guesaoui, Dr. Sven J. Körner, Georg A. Müller, Dr. Mathias Landhäusser © thingsTHINKING

 

Knapp 40 Sekunden hat die Software von thingsTHINKING Anfang 2018 gebraucht, um den 177 Seiten starken Koalitionsvertrag der GroKo mit den Parteiprogrammen von Union und SPD zu vergleichen. Für diese Textmenge bräuchte ein Mensch normalerweise rund drei bis vier Stunden – und selbst Politikwissenschaftler müssten dann noch Tage auf die inhaltliche Analyse verwenden.

Das GroKo-Experiment zeigt, welches unglaubliche Potenzial in Künstlicher Intelligenz (KI) schlummert. Denn wenn eine Maschine weniger als eine Minute für einen komplexen Regierungsvertrag braucht, kann sie vielleicht auch Steuererklärungen und Wirtschaftsprüfungen innerhalb von wenigen Stunden statt Wochen erledigen. Und genau hier setzt die Arbeit von thingsTHINKING, einer Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) an.

Gesunder Menschenverstand für Computer

Dem Rechner ein gewisses Maß an gesundem Menschenverstand mitzugeben – so verstehen CEO Dr. Sven J. Körner und seine drei Mitgründer ihre Arbeit zum Thema Künstliche Intelligenz. Rund 10 Jahre haben die Gründer gemeinsam mit Informatik-Professor und Softwaretechnik-Experte Walter Tichy daran geforscht, wie Computer natürliche Sprache verstehen können, 2017 sind sie dann mit ihrem Produkt „The Semantic Processing Platform“ gestartet.

Das Besondere ihrer Plattform: Die Software dahinter versteht es unstrukturierte Daten in wenigen Sekunden semantisch auszuwerten. Übersetzt heißt das so viel wie eine intelligente Texterkennung, die die Bedeutung von Texten unabhängig von der Wortwahl versteht, und das in jeder Sprache. Und dafür braucht die Plattform von thingsTHINKING keine riesigen Datenmengen mehr. Konnten Maschinen früher nämlich zuerst nur Daten lesen und verarbeiten, fingen sie in einem zweiten Schritt an, die Daten zu verstehen. Dafür brauchte man bislang allerdings große Trainingsdatensätze. Der Computer musste sich zum Beispiel zuerst tausend Bilder von einem Pudel anschauen, bevor er ihn verlässlich von einem Schaf unterscheiden kann. Die dritte Welle der Künstlichen Intelligenz, wie CEO Körner die Entwicklung nennt, verspricht nun, das Trainingsproblem zu lösen. Ihre Plattform kann nämlich intelligente Analysen leisten, ohne viel zu trainieren. Das ist vor allem dann interessant, wenn es keine inhaltliche Vorgeschichte oder kaum vergleichbare Fälle gibt, wie etwa bei komplizierten Rechtsfragen oder Versicherungsfällen, so die KI-Experten.

KI in der Praxis

Für die Kunden vom thingsTHINKING heißt das: Enorme Arbeitserleichterung für alle, die täglich mit umfangreichen Dokumenten arbeiten, diese schnell verstehen und bearbeiten müssen. Zu den Hauptkunden der Karlsruher gehören daher u.a. Wirtschaftsprüfer, die Automobilbranche und ihre Zulieferer, Manufacturer, Retailer sowie Versicherungen. Aber in einem sind sich die KI-Experten einig: Maschinen machen die Arbeit nicht besser als Menschen – nur viel schneller. Die Einordung muss immer noch der Mensch übernehmen, der Computer liefere immer nur eine Handlungsempfehlung.

 

Kontakt

thingsTHINKING GmbH
Haid-und-Neu-Straße 7
76131 Karlsruhe

info∂thingsTHINKING.net
www.thingsthinking.net External Link